Einreibung von halbfesten Medikamenten [St]

Pasten, Salben, Lotionen und Gels

  • Mit diesen Wirkstoffen werden z.B. lokale Schmerzen gelindert, Hautschädigungen therapiert, sowie die Durchblutung gefördert.
  • Verglichen mit Tropfen, Tabletten oder Injektionen ist die Dosierung das Hauptproblem bei der Anwendung.
  • Speziell verordnete Rezepturen werden häufig ohne Konservierungsmittel hergestellt. Es ist daher wichtig das die Haltbarkeistfrist strikt beachtet wird.

Pasten

Bei Pasten ist der Pulveranteil hoch. Sie sind daher vergleichsweise fest und kaum noch streichfähig. Die Anwendung auf trockener Haut ist problematisch. Wirkstoffreste können mit Öl entfernt werden.

Salben

Salben haben zumeist eine Fettbasis und sind daher oftmals wasserfest. Sie lassen sich gut auftragen; dieses insbesondere dann, wenn sie zuvor etwas erwärmt wurden.

Cremes

Bei Cremes ist der Wasseranteil hoch. Das Auftragen ist daher problemlos und sehr gleichmäßig möglich.

Gel

Ein Gel ist nahezu wässrig. Es handelt sich um eine gelierte, meist transparente Flüssigkeitssubstanz (sog. Hydrogele). Ein Gel trocknet schnell auf der Haut und hat einen kühlenden Effekt.

GrundsätzeZiele
  • Wir folgen dem Prinzip der aktivierenden Pflege. Der Bewohner sollte daher alle Hautbereiche, die er eigenständig erreichen kann, selbst eincremen.
  • Ggf. wird er bei der Durchführung angeleitet und unterstützt.
  • Eine vollständige Übernahme der Aufgabe durch die Mitarbeiter kommt nur bei einer fortgeschrittenen Pflegebedürftigkeit in Betracht.
  • Das Wohlbefinden des Bewohners wird gefördert.
  • Das Medikament entfaltet die gewünschte Wirkung
  • Die Körperwahrnehmung des Bewohners wird gefördert.

Vorbereitung

IndikationMaterialweitere Maßnahmen
Einreibungen werden durchgeführt bei:

  • lokalen Hautschädigungen
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzzuständen
  • Störungen der lokalen Hautdurchblutung
Wir stellen das notwendige Material bereit:

  • Pasten, Salben, Lotionen oder Gels gemäß der ärztlichen Verschreibung
  • Einmalhandschuhe bei:
    • ggf. drohender Keimverschleppung etwa durch Hautpilze oder durch bakterielle Infektionen
    • Nutzung von Wirkstoffen, die die Gesundheit der Pflegekraft schädigen können
  • ggf. Handtuch
  • Der Bewohner wird über die anstehende Maßnahme informiert und um Zustimmung gebeten.
  • Dem Bewohner wird ein Toilettengang angeboten.
  • Das Bett wird auf eine angenehme Arbeitshöhe gestellt.
  • Die PK führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
  • Die Fenster werden geschlossen und die Raumluft ggf. auf eine angenehme Temperatur geheizt.
  • In einem Doppelzimmer wird (soweit notwendig) entweder ein Sichtschutz aufgebaut oder der Mitbewohner für die Zeit nach draußen gebeten.
  • Kleidungsstücke, die die Einreibung behindern würden, werden ausgezogen. Die Intimsphäre des Bewohners bleibt soweit möglich gewahrt.
  • Der Bewohner wird so positioniert, dass der zu behandelnde Hautbereich gut zu erreichen ist. Es ist auch wichtig, das die Muskulatur in dem Hautbereich möglichst entspannt ist.

Durchführung

  1. Die PK entnimmt den Wirkstoff. Wenn das Medikament in einem Salbentopf geliefert wurde, nimmt die PK in keinem Fall dafür einen Finger, sondern einen Spatel. Ist kein Spatel verfügbar, kann die PK alternativ eine Kompresse benutzen.
  2. Die PK gibt die notwendige Menge Wirkstoff in die Handfläche. Ggf. wartet sie, bis die Salbe etwas erwärmt wurde.
  3. Die PK trägt nun den Wirkstoff auf der Haut auf. Die Verteilung erfolgt i.d.R. in Richtung Körpermitte durch gradlinige, kreisende oder spiralförmige Bewegungen.
  4. Das Eindringen des Wirkstoffes in tiefere Hautschichten kann durch sanfte Massagen unterstützt werden.
  5. Vor Abschluss der Maßnahme kontrolliert die PK sorgfältig, ob die Körperfläche lückenlos mit der Creme behandelt wurde
  6. Zum Schutz des Bettes und der Kleidung wird nun ggf. der bahndelte Körperbereich mit einem Handtuch abgedeckt

Nachbereitung

  • Die gesamte Kleidung des BW wird gerichtet und der BW bequem positioniert
  • PK fragt nach dem Befinden des BW
  • Bettlaken von Falten befreien
  • Klingel wird in Reichweite gelegt
  • BW wird nach weiteren Wünschen gefragt und ihm wird ein Getränk angeboten
  • Zimmer wird gelüftet
  • Verbrauchtes Material entsorgen
  • PK führt eine hygienische Händedesinfektion durch
  • PK räumt das Zimmer auf
  • Maßnahme dokumentieren; Positionierung im Lagerungs- und Mobilitätsplan verzeichnet. Beobachtungen, etwa Hautveränderungen oder Schmerzäußerungen, werden dokumentiert und ggf. dem Hausarzt mitgeteilt
  • Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst
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